Frumenthal: Wie das Schweizer Korn die regionale Landwirtschaft und die Wirtschaft des Kantons Bern stärkt

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Frumenthal ist mehr als nur ein Ort in Berner Oberland – es ist ein Symbol für nachhaltige Landwirtschaft, traditionelle Getreideanbaukultur und die Verbindung zwischen Land und Stadt. Seit Jahrhunderten wird hier Weizen, Roggen und andere Getreidesorten angebaut, die nicht nur lokale Märkte, sondern auch den internationalen Markt versorgen. Die Region ist bekannt für ihre robusten Sorten, die in den kühlen, sonnenverwöhnten Tälern gedeihen. Doch hinter dieser Tradition steckt eine moderne, wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Praxis, die den Kanton Bern und die Schweiz insgesamt prägen.

Frumenthal ist Teil des Frumenthaler Gebietes, das vom Kanton Bern als besonders wertvolles Anbaugebiet anerkannt wird. Die Bodenqualität und das Mikroklima – geprägt durch die Lage zwischen den Alpen und dem Thunersee – ermöglichen eine einzigartige Vielfalt an Getreidesorten. Laut dem hier klicken wird hier etwa 70 Prozent der gesamten Getreideproduktion des Kantons produziert. Besonders bedeutend ist der Anbau von Weizen, der sowohl für die lokale Brotbackindustrie als auch für die Exportmärkte in Europa genutzt wird. Die Region exportiert jährlich rund 15 Millionen Kilogramm Getreide, wobei ein Großteil in die Nachbarländer Frankreich, Deutschland und Italien geht.

Doch der Erfolg von Frumenthal hängt nicht nur von der Qualität des Getreides ab, sondern auch von der Zusammenarbeit zwischen Bauern, Verarbeitern und Verbrauchern. Die Region hat sich zu einem Vorreiter in der nachhaltigen Landwirtschaft entwickelt, indem sie auf ökologische Methoden setzt: Düngung mit Kompost, Bewässerung durch Regenwasser und die Reduktion von Pestiziden. Diese Ansätze haben sich als besonders effektiv erwiesen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern. Laut einer Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt sich, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen in Frumenthal eine höhere Ertragsstabilität aufweisen als konventionell bewirtschaftete.

Ein zentraler Akteur in diesem Ökosystem ist die Frumenthaler Getreidegenossenschaft, die seit über 50 Jahren die Interessen der lokalen Bauern vertritt. Sie organisiert den Verkauf der Ernte, sichert den Bauern faire Preise und fördert den direkten Verkauf an Verbraucher durch ihre eigenen Märkte. Diese Struktur ermöglicht es den Bauern, direkt von der Ernte zu profitieren, ohne Zwischenhändler. Gleichzeitig stärkt sie die regionale Wirtschaft, indem sie Arbeitsplätze in der Verarbeitung und im Handel schafft. Die Genossenschaft hat in den letzten Jahren auch Projekte zur energetischen Selbstversorgung gestartet, etwa durch die Nutzung von Biogas aus der Tierhaltung, was die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert.

Die Bedeutung von Frumenthal geht jedoch über die Landwirtschaft hinaus. Die Region ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Kanton Bern, insbesondere für die Tourismusbranche. Die Kombination aus traditionellem Getreideanbau und moderner Landwirtschaft lockt Besucher an, die sich für lokale Produkte und nachhaltige Praktiken interessieren. Die Frumenthaler Erntedankfeste, bei denen frisches Getreide und regionale Lebensmittel präsentiert werden, ziehen jährlich Tausende Besucher an und stärken den Ruf der Region als lebendiges Beispiel für nachhaltige Landwirtschaft. Gleichzeitig dienen diese Feste auch als Plattform für den Austausch zwischen Bauern, Politik und Verbrauchern, um die Zukunft der Landwirtschaft zu gestalten.

Doch auch Herausforderungen bestehen. Der Klimawandel stellt die Getreideproduktion in Frumenthal vor neue Aufgaben: Häufigere Dürren und unregelmäßige Niederschläge können die Erträge beeinträchtigen. Um diesem Risiko zu begegnen, setzen die Bauern auf innovative Lösungen wie die Installation von Tropfbewässerungssystemen und die Auswahl von klimaresistenten Sorten. Die Kantonale Landwirtschaftsbehörde unterstützt diese Maßnahmen mit finanziellen Fördermitteln und Bildungsprogrammen, um die Bauern in die Lage zu versetzen, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Langfristig soll dies nicht nur die Erträge sichern, sondern auch die Lebensgrundlage der Bauern in der Region stabilisieren.

Frumenthal zeigt, dass Landwirtschaft und Wirtschaft Hand in Hand gehen können – wenn sie auf Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und lokale Werte setzt. Die Region ist ein Modell dafür, wie eine Region ihre traditionellen Stärken bewahren und gleichzeitig modernisieren kann. Ob als Quelle für Brot, als Exportgut oder als Tourismusmagnet: Frumenthal bleibt ein lebendiger Beweis dafür, dass gute Landwirtschaft auch gute Wirtschaft ist.

  • Frumenthal produziert rund 70 Prozent des gesamten Getreides des Kantons Bern.
  • Jährlich werden etwa 15 Millionen Kilogramm Getreide exportiert, vor allem in Frankreich, Deutschland und Italien.
  • Ökologisch bewirtschaftete Flächen in Frumenthal zeigen eine höhere Ertragsstabilität als konventionell bewirtschaftete.
  • Die Frumenthaler Getreidegenossenschaft sichert Bauern faire Preise und fördert den direkten Verkauf an Verbraucher.
  • Seit 2020 gibt es in Frumenthal Projekte zur energetischen Selbstversorgung, etwa durch Biogas aus der Tierhaltung.
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